Eine scheinbar banale Situation: Eine Frau bleibt verloren zwischen den Resten der eigenen Party zurück, der Morgen graut, zwischen Champagnerpfützen und überquellenden Aschenbechern sitzt sie und versucht redend, gegen die Leere anredend, sich wiederzufinden. Zuerst tastend, allmählich sich steigernd, findet eine Frau, vielleicht eine Schauspielerin, zu einem Zwiegespräch mit dem Geliebten, den sie verloren hat, und Satz für Satz gleitet sie in den zärtlichen Furor der Salome, die mit dem auf ihr Geheiß abgeschnittenen Kopf des Jochanaan spricht: Während draußen die Stadt erwacht, durchlebt die Frau eine blutige, todessüchtige Geschichte aus mythischer Zeit, durchleidet, getrieben vom Echo des »Man töte dieses Weib!«, eine Liebe, die sich nur im Tod erfüllen konnte. Und während die ersten Automotoren aufheulen, ergreift eine kalte Verzweiflung von ihr Besitz.